Fernab jeglicher landseitigen medizinischen Infrastruktur stellt die ärztliche Versorgung von Passagieren und Crew besondere Herausforderungen an Bord dar.
Die ärztliche Tätigkeit umfasst primär den gesamten allgemeinmedizinischen Inhalt. Vergleichbar mit einer derartigen Ordination an Land besteht die Möglichkeit, landseitig ein zusätzlich fachärztliches Konsilium durchzuführen. Abhängig jedoch von den unterschiedlichen Destinationen der Schiffe ist es indes auch möglich, qualitativ unterschiedliche Konsiliumsbefunde zu erhalten.

In seltenen Fällen kann es auch vorkommen, dass in einigen aufeinanderfolgenden Häfen kein kompetentes Konsilium zu bekommen ist. Diese Situation hat dann zur Folge, dass von den Schiffsärzten ärztliche Erfahrung über den eigenen Fachbereich hinaus eingefordert werden muss.
Dies bedeutet jedoch im Gegenzug auch, dass das Medical Department in Hamburg, welches sich auch für die Diensteinteilung verantwortlich zeichnet, darauf ausgerichtet ist, dass die beiden Schiffsärzte unterschiedlichen Disziplinen angehören und damit die Fachkompetenz eines sehr breiten medizinischen Bereiches abdecken können. Die Schiffsärzte müssen gegebenenfalls notfallmedizinisch aktiv werden. In so einem Fall gilt immer, diesen Notfall ruhig, kompetent und state-of-the-art konform zu betreuen.

Die Bordhospitäler sind vergleichbar mit einem kleinen Landkrankenhaus, in welchem alle erforderlichen erstdiagnostischen Gerätschaften (Röntgen, Labor, EKG, Sonografie) zur Verfügung stehen. Sollten jedoch weiterführende diagnostische Untersuchungen (Endoskopie, Herzkatheter, etc.) erforderlich erscheinen, oder nicht an Bord durchführbare therapeutische Eingriffe notwendig werden, muss der Patient ausgeschifft werden. Eine medizinische Ausschiffung erfolgt nach klaren vorgegebenen Regularien.